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Normalerweise hängen die Kunstwerke in Konferenzräumen und Büros der Bayer AG. Außerhalb der Firma war die Sammlung mit millionenschweren Einzelstücken noch nie zu sehen. Nicht nur mit Bayer 04 Leverkusen, auch mit der Kunst spielt der Chemie-Konzern in der ersten Liga.

Für die Ausstellung „Von Beckmann bis Warhol. Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts – Die Sammlung Bayer“ im Martin-Gropius-Bau wurden nun die Prunkstücke erstmals öffentlich gezeigt. Auch der Vorstandsvorsitzende hat zwei Arbeiten aus seinem Büro geräumt: Eine Frauenskulptur von Gerhard Marcks und ein Gemälde von David Shapiro.

Insgesamt sind 240 von 5000 Werken zu sehen. Vertreten sind Namen wie Picasso, Kirchner, Barlach und Beckmann, aber auch Marina Abramovic und Thomas Ruff. Begründet wurde die Sammlung 1912, sie überdauerte auch die NS-Zeit, wo Bayer als Teil der IG Farben die Nazi-Diktatur unterstützte. Die Frage, was es für Bayer bedeutete, dass die Ausstellung im Gedenkjahr „Zerstörte Vielfalt“ zusammenfalle, verärgert den Unternehmenssprecher Michael Schade. „Wir sind hier um über die Ausstellung zu reden. Außerdem wurde das Unternehmen, das ich hier repräsentiere, erst 1951 gegründet.“ Komisch – kurz zuvor hatte er gesagt, dass sie 150. Geburtstag feiern.

Bis 9. Juni, Niederkirchnerstr. 7, Kreuzberg, Mi-Mo 10-19 Uhr, Eintritt 9/erm. 6 Euro, frei bis 16 Jahre

 

Zum Artikel der Berliner Zeitung